Johann Wolfgang von Goethe
Das Göttliche
Edel sei der Mensch,
Hilfreich und gut!
Denn das allein
Unterscheidet ihn
Von allen Wesen,
Die wir kennen.
Der edle Mensch
Sei hilfreich und gut!
Unermüdet schaff er
Das Nützliche, Rechte,
Sei uns ein Vorbild
Jener geahneten Wesen!
Dies ist ein Gedicht, das wir noch in der Schule gelernt haben – hier die erste und die letzte Strophe, die meiner Meinung nach die wichtigsten sind.
Man sollte diese beiden Strophen den Politikern der Blockparteien in Spiegelschrift auf die Stirn tätowieren, damit sie das immer vor Augen haben, sobald sie sich die Zähne putzen, die Hände waschen, rasieren oder die Haare kämmen. Aber ich fürchte, dann werden im Buntentag sämtliche Spiegel entfernt (und die gesamte männliche Fraktion trägt dann plötzlich Vollbart.)
Dieses hehre Ideal wurde zwar schon immer besungen – zum Beispiel in der Artusrunde oder in den Minneliedern der Ritterzeit – aber man kann sich mit Recht die Frage stellen: Wurde es schon jemals von dieser Spezies gelebt?
Die Antwort ist einfach: Gemäß dem, was uns so von der Geschichte erzählt wird – Nein, niemals!
Sklaverei, Leibeigenschaft, Kriege, unsägliche Grausamkeiten im Namen sämtlicher Götter, Islam, Juden- und Christentum, Folter aus Lust am Leid, sexuelle Gewalt, Kindesmißbrauch – die Liste ließe sich unendlich fortsetzen.
Kein Tier dieser Welt ist so grausam und machtbesessen wie das, das angeblich die Krone der Schöpfung ist.
Und jetzt? Jetzt spielt eine Handvoll „Führer“ wieder Monopoly mit unserer Welt. Mordet im Namen des „Guten“. Aber Kriege wurden noch nie zum Schutz der Menschen geführt – die wahren Motive waren immer Geld, Macht und (Allein)Herrschaft.
Die Folge ist der Beginn eines Krieges, der wieder von den USA ausgehend wie ein Flächenbrand die Welt überrollt. Und die Moral von der Geschicht: Besuchen Sie die Erde, solange sie noch steht…
In heutiger Zeit klingt es wie Hohn: Edel sei der Mensch, hilfreich und gut!
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